Happy Birthday, Arno Schmidt !

105 Jahre alt wäre Arno Schmidt, ein Großmeister unter den Schriftstellenden, heute geworden; alles Gute !
Wann, wenn nicht an seinem Ehrentag, könnte man besser daran erinnern, was er – neben all den lesenswerten Geschichten – für Typographen und Gestalter bereithält :

Auf eine Verwendungsart sei besonders hingewiesen, die in Kurzformen von Wichtigkeit wird : man kann damit stenografieren ! z. B. es erscheint irgendwo dieser Satz :
»Kää-te !« : – : Sie sah herüber : ?
Im »alten Stil« hätte dafür stehen können :
Er rief laut ihren Namen : »Käthe !« Schon nach ein paar Augenblicken hatte sie ihn entdeckt, sah herüber und fragte zurück : »Was gie-hiebts ? !«
Für den ganzen letzten Teil dieses Gelalles schreibe man einfach » : ? «; es besagt genau dasselbe ! […] man sieht das neugierig geöffnete Gesicht der Gefragten; mehr noch : man hört […] »die Frage« schlechthin.

Schmidt, A. (1953). Essays und Aufsätze 1. Berechnungen. S. 104.

Ist das ein Emoticon : ?

Ja das ist eins und das Jahre vor der »Erfindung« des Smileys. Viel interessanter für Gestalter ist aber die Alleinstellung der Satzzeichen. Warum sollte das Fragezeichen auch nicht mit einem Abstand zum Wort gesetzt werden ? Schließlich ist es ein zum grafischen Symbol gewordenes Wort (lat. quaestio).

Sieht komisch aus ?

Vielleicht für uns Deutsche. In Frankreich ist es gang und gäbe Ausrufe- und Fragezeichen, Semikolon und Doppelpunkt, sowie die Anführungszeichen mit einem Abstand zum Wort zu setzen.

Für Typographen !

Wen das überzeugt, es mal für den deutschen Satz zu versuchen oder wer sich mit der französischen Typografie beschäftigt (Stichwort: signe double, espace double), der sei herzlich eingeladen es mit dieser GREP-Abfrage zu versuchen.

GREP-Suchabfrage

(?<! )((?<=«)[\l\u\d]|:|;|\!|\?|(?<=[\l\u\d])»)

sprich: ein oder kein Leerraum gefolgt von einem der doppelten Zeichen (aus 2 Teilen, deswegen signe double)

Damit finden wir die Zeichen « : ; ! ? » und ein eventuell vorangestelltes Leerzeichen. Aber Vorsicht ! Im Französischen kommen Guillemets zum Einsatz. Für die nach innen zeigenden deutschen Chevrons muss die Abfrage angepasst werden.

Ersetzung

Die Ersetzung ist denkbar einfach. Wir stellen dem gefundenen Zeichen ein fixes Leerzeichen voran, sodass das Zeichen nicht vom Wort abfällt. Damit haben die Zeichen « : ; ! ? » vor und hinter sich einen Leerraum : espace double

~S$1

sprich: festes Leerzeichen, gefundenes Zeichen

Gibt es Verbesserungsvorschläge ?

Doppelte Leerräume in InDesign korrigieren

InDesign hält eine etwas kryptische GREP-Abfrage als Voreinstellung bereit um doppelte Leerräume zu finden. Sie nimmt alle bekannten Leerzeichen in eine Zeichenklasse und sucht nach ihrer Doppelung. 

Einfacher geht es hiermit: Doppelte Leerräume in InDesign korrigieren weiterlesen

Abkürzungen mit einer GREP-Suche automatisiert finden und spationieren

Abkz. hab. imr. e. Pkt. am En., was sign. soll, d. s. Abkz. si.. Hier ein. Abkz.: 
z. B. – a. a. O. – a. D. – d. h. – e. V. – i. A. – i. d. R. – o. Ä.

Eine Liste von Wort-Abkürzungen, die im Deutschen mit einem schmalen Zwischenraum gesetzt werden müssen wäre lang und wohl niemals vollständig. Wie man trotzdem alle Abkürzungen eines Text mit einer GREP-Suche in InDesign finden kann folgt hier. 

Abkürzungen mit einer GREP-Suche automatisiert finden und spationieren weiterlesen

Fast schon ein ›Hurenkind‹

Aber eben nur fast. Ein ›Hurenkind‹ meint in der Typografie die verwaiste Einzelzeile auf der Folgeseite. Hier ist aber nur ein Wort (ob lang oder kurz) gemeint, das einsam in der letzten Zeile steht.

Hier 3 Möglichkeiten sie zu vermeiden und ein Script zum freien Download: Fast schon ein ›Hurenkind‹ weiterlesen

Leerräume – Teil 1

Oft finden sich unnötige Leerschläge am Ende eines Textes. Lästig werden sie sobald man Textrahmen auf die Textmenge verkleinern möchte und der Rahmen dadurch immer eine Zeile zu hoch bleibt.

Eine kleine GREP-Suche tilgt diese Leerzeichen: Leerräume – Teil 1 weiterlesen

Mathematisches Mal-Zeichen mit GREP korrigieren

Für das Malzeichen gibt es vom Mittelpunkt über das x bis zum Asterisk unterschiedliche Varianten. Am geläufigsten dürfte im Buchsatz aber das ›x‹ sein. Ich schreibe x in Anführungen, weil es für das Multiplikatorzeichen in gut ausgebauten Schriften natürlich ein eigenes Zeichen mit dem Unicode U+00D7 gibt. Von der Tastatur aus lässt sich das Zeichen von Apple-Nutzern leider nicht erreichen; auf Windows findet man es mit der Kombination Alt Gr+^.

Vorallem wegen der umständlichen Erreichbarkeit des Zeichens habe ich für die mikrotypografische Korrektur die folgende GREP-Suche abgespeichert.

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