Fast schon ein ›Hurenkind‹

Aber eben nur fast. Ein ›Hurenkind‹ meint in der Typografie die verwaiste Einzelzeile auf der Folgeseite. Hier ist aber nur ein Wort (ob lang oder kurz) gemeint, das einsam in der letzten Zeile steht.

Hier 3 Möglichkeiten sie zu vermeiden und ein Script zum freien Download:

Möglichkeit 1

Sofern die Abstandsoptionen des Absatzes flexibel gehalten sind, genügt es meist, den betroffenen Absatz auf Blocksatz (alle Zeilen) zu stellen. Das Problem an dieser Methode ist die schwere Absatzformatverletzung. Nach möglichen Satzkorrekturen muss man diese erst bemerken und wieder korrigieren. Sonst wir das Textbild löchrig.

Möglichkeit 2

Die Laufweite des Absatzes liesse sich auch manuell so weit verringern bis das letzte Wort eine Zeile nach oben rutscht. Von Hand ist das jedoch etwas mühsam und man muss sich selbst eine starke psychologische Grenze für den Minimalwert der Laufweite setzen um das Satzbild nicht zu stören. Anders ist das bei Gregor Fellenz’ Skript Zeile einbringen. Das Skript übernimmt die Einstellung der Laufweite für uns. Es hat einen voreingestellten Minimalwert (-10Pt; ausgehend von der aktuellen Einstellung) und checkt in 1Pt-Schritten, wann die Laufweite genügend verringert wurde um die Zeile »einzubringen«. Das Skript gibt es zusammen mit vielen anderen auf der Website zu seinem sehr lesenswerten Buches ›InDesign automatisieren‹.

Möglichkeit 3

Im Webdesign ist es schon länger üblich die letzten zwei Wörter eines Absatzes mit einem &nbsp (Non-breaking Space) zu verbinden. So können nur minimal 2 Wörter in der letzten Zeile stehen. Was im Web geht, geht in diesem Fall auch in InDesign. Und das nicht nur mit einer GREP-Suche, sondern am geschicktesten mit einem GREP-Stil. Dieser Stil müsste ein Zeichenformat sein, das keine andere Eigenschaft hat als, ›kein Umbruch‹. Angewandt auf die letzten x Zeichen eines Absatzes, bewirkt er das gleiche, wie ein Non-breaking Space. Die GREP-Zeichenfolge lautet also:

.{10}$ sprich: 10 beliebiges Zeichen am Absatzende

Die Anzahl der Zeichen sollte natürlich je nach Sprache des Textes entsprechend gewählt werden.

Wem die letzte Möglichkeit zu aufwendig ist, der kann mein Script benutzen. Das Script fragt alle vorhandenen Absatzformate ab und du musst nur auswählen auf welchen davon der GREP-Stil angewendet werden soll. Das Skript ist kostenlos und kann auf meiner Webseite heruntergeladen werden.


Gibt es für die gemeinten Einzelwörter einen typografischen Fachbegriff? Gerne in die Kommentare!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s